Die Position in der klassischen Handarbeit
Bei der klassischen Handarbeit verwendet man eine Trense und Zügel. Ob das die normale Alltagstrense ist, oder eine Gebisslose, ein Kappzaum an den man Zügel schnallen kann oder gar ein Bosal ist unerheblich. Es schadet jedoch nicht, ein extra Paar Zügel zu haben, das länger ist, als die, die man zum Reiten verwendet, weil man dann etwas mehr Spielraum hat.
Die optimale Position
Wie bei den meisten Dingen am und mit dem Pferd, und auch sonst im Leben, gibt es nicht wirklich die eine unumstößliche Wahrheit. Tatsächlich ist die optimale Position eine Mischung aus „Wie fühlt ihr euch wohl?“ und vor allem „Wie fühlt sich euer Pferd wohl?“. Denn es nützt absolut gar nichts, wenn ihr noch so perfekt die „korrekte“ Positur der Wiener Hofreitschule imitiert und euer Pferd „auf keinsten Fall!“ sagt. Umgekehrt bringt es übrigens auch nichts, wenn ihr bei dem Versuch eine, für euch, so unnatürliche Haltung einnehmt, dass ihr am Ende der ersten Einheit Rücken, Bandscheibe und Laune habt.
Deshalb machen wir euch hier einen Vorschlag, der den Spagat zwischen Alltagstauglichkeit und Sinnvoll zu leisten versucht. Das bedeutet:
Für euch
Findet eine Position ungefähr auf Höhe der Schulter eures Pferdes oder leicht dahinter. Damit weicht diese Position von der Führposition mit Strick etwas ab. Das ist dem geschuldet, dass wir mit der Gerte den Bauch und die Hinterhand vom Pferd erreichen können müssen und das die Zügel möglichst nah am Widerist umlaufen. Man hört häufig, dass die Zügel am Widerist verlaufen sollen, aber wir haben noch kein Pferd in der Hand gehabt, das entsprechende Führungsschienen eingebaut gehabt hätte. Sprich, die Zügel rutschen einfach immer auf den Hals. Je früher man sich damit abfindet, desto besser.
Nun gilt es, die richtige Positur einzunehmen. Der Idealfall wäre, dass ihr euch mit eurem Oberkörper gerade parallel zur Brust eures Pferde steht. Denn dann kann das Pferd euch exakt spiegeln.Das ist in der Praxis jedoch unrealistisch. Man wird immer ein bisschen dem Pferd zugewandt sein. Wichtig ist nur, dass man nicht die ganze Zeit aufs Pferd schaut, sondern nach vorne blickt.

Für das Pferd
Es gilt allerdings auch eine Position zu finden, die dem Pferd zusagt. Nicht jedes Pferd findet jede Position gut. Manche Pferde mögen es nicht, wenn man zu weit vorne am Kopf steht. Das zeigen sie zum Teil ziemlich deutlich, indem sie zum Beispiel das Schnappen anfangen.
Wenn ihr eure Position gefunden habt, geht es weiter mit Angehen und Anhalten